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Fasern und Rohstoffe

In allen Produktgruppen für Damen, Herren und Kinder setzen wir konventionelle und nachhaltige Fasern nebeneinander ein.

Wir beschreiben die Fasern, mit denen wir arbeiten, einzeln: was sie sind, warum sie als nachhaltig gelten und wie sie sich im Stoff verhalten. Wir stellen keine Fasern her; wir beziehen Stoffe und Garne aus diesen Fasern und verarbeiten sie in unserem Werk zu Bekleidung und Socken. Auch die Stoffe stricken wir nicht selbst, wir beschaffen sie: Maschenwaren wie Single Jersey, Ripp, Interlock, Feinripp, Piqué, French Terry und Sweat (3-Faden) werden auftragsbezogen beschafft.

Zertifiziertes Bio-Baumwollfeld

0114Pflanzlich und natürlich

Nahaufnahme der Faser Bio-Baumwolle

Bio-Baumwolle

Bio-Baumwolle ist Baumwolle, die ohne synthetische Dünger, synthetische Pflanzenschutzmittel und gentechnisch verändertes Saatgut angebaut wird. Pflanze und Faser sind dieselben wie bei konventioneller Baumwolle; der Unterschied liegt in der Art des Anbaus.

Die Bezeichnung „Bio“ beruht nicht auf einer Erklärung, sondern auf Kontrollen: Das Feld wird nach den Regeln des ökologischen Landbaus zertifiziert, und Standards wie GOTS und OCS bestätigen die Rückverfolgbarkeit der Faser vom Feld bis zum fertigen Produkt. Der Anteil organischer Fasern im Produkt steht auf dem Etikett.

Im Stoff zeigt sie die bekannten Eigenschaften von Baumwolle: Sie ist atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf und fühlt sich weich auf der Haut an. Sie wird häufig für T-Shirts, Sweatshirts, Unterwäsche, Babybekleidung und Socken gewählt.

Baumwollfeld mit geöffneten Kapseln

0214Konventionell

Nahaufnahme der Faser Konventionelle Baumwolle

Konventionelle Baumwolle

Baumwolle wird aus den Fasern der Kapsel gewonnen, die den Samen der Baumwollpflanze umhüllt. Konventionelle Baumwolle wird ohne Bio-Zertifikat und ohne besonderes Anbauprogramm angebaut und ist die weltweit meistverwendete Naturfaser. Die Faser wird bei der Entkörnung vom Samen getrennt, gekämmt und zu Garn gesponnen.

Sie zählt nicht zu den nachhaltigen Fasern; sie steht auf dieser Seite, um zu zeigen, womit die anderen Fasern verglichen werden. Es ist dieselbe Pflanze wie bei Bio-Baumwolle; der Unterschied liegt auf dem Feld und in den Zertifikaten, nicht an der Maschine.

Im Stoff ist sie atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf, fühlt sich weich auf der Haut an, verträgt häufiges Waschen und nimmt Farbe gut an. Vom T-Shirt über Unterwäsche und Sweatshirts bis zu Socken ist sie die Grundfaser der Strickbekleidung; für Elastizität wird sie meist mit einem geringen Anteil Elasthan gemischt.

Blühendes Leinfeld

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Nahaufnahme der Faser Leinen

Leinen

Leinen wird aus der langen Faser im Stängel der Flachspflanze gewonnen. Nach der Ernte bleiben die Stängel auf dem Feld liegen; Feuchtigkeit und Mikroorganismen lösen die Faser vom Stängel, danach wird sie mechanisch getrennt. Um die Faser zu gewinnen, ist keine Umwandlung in eine Lösung nötig.

Als nachhaltig gilt Leinen wegen seines Anbaus: In den kühlen, feuchten Klimazonen, in denen Flachs wächst, genügt meist Regenwasser, die Pflanze braucht wenig Dünger, und auch die Teile außer der Faser werden verwertet. Diese Eigenschaft ergibt sich aus der Natur der Faser; ein eigenes Faserzertifikat speziell für Leinen gibt es nicht.

Im Stoff wirkt es kühlend, nimmt Feuchtigkeit schnell auf und gibt sie wieder ab, ist strapazierfähig und wird mit jeder Wäsche weicher; es knittert leicht. In der Strickbekleidung wird es meist in Mischung mit Baumwolle für sommerliche T-Shirts und Homewear gewählt.

Feld mit Industriehanf

0414Pflanzlich und natürlich

Nahaufnahme der Faser Hanf

Hanf

Hanffaser wird aus der Faser in der Rinde des Stängels von Industriehanf gewonnen. Wie Leinen ist sie eine Stängelfaser: Nach der Ernte bleiben die Stängel liegen, die Faser wird mechanisch von der Rinde getrennt und für das Garn gekämmt.

Als nachhaltig gilt Hanf wegen seines Anbaus: Die Pflanze wächst schnell, unterdrückt durch die dichte Aussaat Unkraut selbst und kommt meist mit wenig Pflanzenschutz und wenig Bewässerung aus. Diese Eigenschaft ergibt sich aus den landwirtschaftlichen Merkmalen der Faser; ein eigenes Faserzertifikat speziell für Hanf gibt es nicht.

Im Stoff ist Hanf strapazierfähig, atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit gut auf und wird mit jeder Wäsche weicher. Da er allein steif wirken kann, wird er in der Strickbekleidung meist mit Baumwolle gemischt und gibt dem Stoff einen trockeneren, strukturierten Griff. Er wird häufig für T-Shirts, Sweatshirts, Socken und Freizeitbekleidung gewählt.

Holz aus zertifizierten Wäldern, überwiegend Eukalyptus

0514Pflanzlich und natürlich

Nahaufnahme der Faser TENCEL™ Lyocell

TENCEL™ Lyocell

Lyocell ist eine regenerierte Cellulosefaser, die entsteht, indem Zellstoff in einem Lösungsmittel namens NMMO gelöst und zur Faser gesponnen wird. Der Rohstoff ist pflanzlich, die Faser selbst wird jedoch in einem chemischen Verfahren hergestellt. TENCEL™ ist der Markenname, den das Unternehmen Lenzing seinem Lyocell gibt; nicht jedes Lyocell ist TENCEL™.

Als nachhaltig gilt die Faser wegen des Verfahrens: Lyocell wird im geschlossenen Kreislauf hergestellt, und das Lösungsmittel wird immer wieder verwendet. Lenzing gibt an, dass mehr als 99 Prozent des Lösungsmittels zurückgewonnen werden (Herstellerangabe), und nennt zertifizierte und kontrollierte Quellen für das Holz.

Im Stoff ergibt es eine glatte, weiche Oberfläche, reguliert Feuchtigkeit gut, bleibt auch im nassen Zustand fest und fällt fließend. Es wird häufig für T-Shirts, Unterwäsche, Homewear und Sportbekleidung gewählt, pur oder in Mischung mit Baumwolle.

Buchenwald

0614Pflanzlich und natürlich

Nahaufnahme der Faser Modal

Modal

Modal ist eine regenerierte Cellulosefaser, die überwiegend aus dem Zellstoff von Buchenholz hergestellt wird. Sie entsteht in einem chemischen Verfahren ähnlich wie Viskose; da die Faser stärker verstreckt wird, ist sie feiner und im nassen Zustand fester.

Ihre Nachhaltigkeit hängt von der Herkunft des Holzes und davon ab, ob der Hersteller die Chemikalien zurückgewinnt. Hersteller, die Zellstoff und Faser am selben Standort produzieren, geben an, den Großteil der Prozesschemikalien zurückzugewinnen (Herstellerangabe). Für Modal aus Holz ohne nachgewiesene Herkunft lässt sich das nicht sagen.

Im Stoff ist Modal sehr weich und behält diese Weichheit über viele Wäschen; es nimmt Feuchtigkeit gut auf und fühlt sich kühl auf der Haut an. Es wird häufig für Unterwäsche, Homewear, Loungewear und T-Shirts gewählt, in Mischung mit Baumwolle und Elasthan.

Holz aus zertifizierten und kontrollierten Wäldern

0714Pflanzlich und natürlich

Nahaufnahme der Faser LENZING™ ECOVERO™

LENZING™ ECOVERO™

LENZING™ ECOVERO™ ist die Viskosefaser des Unternehmens Lenzing. Das Herstellungsverfahren ist das der Viskose: Zellstoff wird chemisch gelöst und erneut zur Faser gesponnen. Der Unterschied liegt in der Herkunft des Holzes und in der Art der Produktion.

Als nachhaltig gilt die Faser wegen ihrer Zertifikate: Das Holz stammt aus zertifizierten und kontrollierten Wäldern, die Faser trägt das EU Ecolabel, und der Hersteller gibt im Vergleich zu Standardviskose geringere Emissionen und Auswirkungen auf das Wasser an (Herstellerangabe). Laut Hersteller lässt sich die Faser dank eines besonderen Identifikationssystems auch im fertigen Stoff nachweisen.

Im Stoff zeigt sie die Eigenschaften von Viskose: eine weiche, fließende und atmungsaktive Oberfläche und gute Feuchtigkeitsaufnahme; im nassen Zustand verliert sie an Festigkeit. Sie wird häufig für T-Shirts, Homewear, Loungewear und gemischte Strickstoffe gewählt.

Bambushain

0814Pflanzlich und natürlich

Nahaufnahme der Faser Bambus-Viskose

Bambus-Viskose

Bambus-Viskose ist eine Faser, die im Viskoseverfahren aus Bambuscellulose hergestellt wird. Der Bambuszellstoff wird mit Chemikalien wie Natriumhydroxid und Schwefelkohlenstoff gelöst, und die Lösung wird erneut zur Faser gesponnen. Der Rohstoff ist also pflanzlich, die Faser selbst wird jedoch in einem chemischen Verfahren hergestellt; aus Bambus wird keine Faser direkt gewonnen.

Als nachhaltig gilt sie wegen der Pflanze selbst: Bambus wächst schnell, treibt nach dem Schnitt aus der Wurzel wieder aus und kommt meist mit wenig Bewässerung und wenig Pflanzenschutz aus. Das Viskoseverfahren entspricht dagegen dem von Standardviskose. Die korrekte Bezeichnung der Faser lautet deshalb nicht „Bambus“, sondern „Bambus-Viskose“.

Im Stoff ist sie weich, kühl und fließend und nimmt Feuchtigkeit gut auf. Sie wird häufig für Socken, Unterwäsche, Homewear und Babybekleidung gewählt.

Stoffreste vom Zuschnitttisch

0914Recycelt

Nahaufnahme der Faser Recycelte Baumwolle

Recycelte Baumwolle

Recycelte Baumwolle entsteht, indem Zuschnittreste und gebrauchte Baumwolltextilien mechanisch wieder in ihre Fasern zerlegt werden. Die Reste werden nach Farben sortiert, zerkleinert und wieder zu Fasern aufbereitet; bei Sortierung nach Farbe ist ein erneutes Färben unter Umständen nicht nötig.

Grundlage der Bezeichnung „recycelt“ ist der Anteil, und diesen Anteil bestätigen Standards wie GRS und RCS. Wasser, Boden und landwirtschaftliche Betriebsmittel, die für den Anbau neuer Baumwolle nötig wären, werden nicht verbraucht; bereits vorhandene Fasern werden wiederverwertet.

Da die mechanische Aufbereitung die Faser verkürzt, wird sie nicht allein, sondern gemischt mit neuer Baumwolle oder recyceltem Polyester versponnen. Im Stoff bringt sie die Atmungsaktivität und Weichheit von Baumwolle mit. Sie wird häufig für T-Shirts, Sweatshirts und Socken gewählt.

Sortierte PET-Flaschen

1014Recycelt

Nahaufnahme der Faser Recyceltes Polyester

Recyceltes Polyester

Recyceltes Polyester wird überwiegend aus gebrauchten PET-Flaschen hergestellt. Die Flaschen werden sortiert, gewaschen, zu kleinen Stücken zerkleinert, geschmolzen und erneut zur Faser gesponnen. Auch aus Textilabfällen zurückgewonnenes Polyester gehört zu dieser Gruppe.

Grundlage der Bezeichnung „recycelt“ ist der Anteil, und diesen Anteil bestätigen Standards wie GRS und RCS. Da vorhandener Kunststoff wiederverwendet wird, statt neues Polymer herzustellen, sinkt der Bedarf an fossilen Rohstoffen.

Im Stoff ist es nicht von neuem Polyester zu unterscheiden: Es ist leicht, formbeständig, trocknet schnell und leitet Schweiß an die Oberfläche des Stoffs. In Mischung mit Baumwolle verleiht es dem Stoff Form und Strapazierfähigkeit. Es wird häufig für Sportbekleidung, Yoga-Bekleidung und Sweatshirts gewählt, pur oder in Mischung mit Baumwolle.

Teppichreste und gesammelte Fischernetze

1114Recycelt

Nahaufnahme der Faser Recyceltes Polyamid

Recyceltes Polyamid

Recyceltes Polyamid (Nylon) wird aus Produktionsresten von Nylon, gebrauchten Fischernetzen und Post-Consumer-Abfällen wie Teppichen zurückgewonnen. Der Abfall wird entweder geschmolzen und erneut zur Faser gesponnen oder chemisch bis in seine ursprünglichen Bausteine zerlegt und wieder zu Polymer aufgebaut.

Grundlage der Bezeichnung „recycelt“ ist der Anteil, und diesen Anteil bestätigen GRS und RCS. Anstelle der fossilen Rohstoffe für neues Polyamid wird Abfall verwendet; beim chemischen Verfahren hat das neu aufgebaute Polymer dieselbe Struktur wie Polyamid fossilen Ursprungs.

Im Stoff ist es strapazierfähig, abriebfest und verleiht Elastizität. Es wird häufig für Socken, Unterwäsche, Sportbekleidung und Yoga-Bekleidung gewählt.

Terephthalsäurepulver, einer der beiden Rohstoffe von Polyester

1214Konventionell

Nahaufnahme der Faser Polyester

Polyester

Polyester ist eine synthetische Faser, die entsteht, indem ein Polymer aus fossilen Rohstoffen, Terephthalsäure und Ethylenglykol, geschmolzen und zur Faser gesponnen wird. Es ist die weltweit meistproduzierte Faser.

Es zählt nicht zu den nachhaltigen Fasern; als konventionelle Faser wird es wegen seiner Leistungseigenschaften eingesetzt. Das Gegenstück aus Abfall mit denselben Eigenschaften ist das recycelte Polyester auf dieser Seite; im Stoff sind beide nicht zu unterscheiden.

Im Stoff ist es leicht, form- und farbbeständig, trocknet schnell, knittert kaum und verträgt häufiges Waschen. In Mischung mit Baumwolle verleiht es dem Stoff Strapazierfähigkeit und Form, die Baumwolle sorgt für Weichheit auf der Haut. Es wird häufig pur für Sportbekleidung und Yoga-Bekleidung und in Mischung mit Baumwolle für T-Shirts und Sweatshirts gewählt.

Caprolactam-Schuppen, der Rohstoff von Polyamid 6

1314Konventionell

Nahaufnahme der Faser Polyamid

Polyamid

Polyamid (Nylon) ist eine synthetische Faser aus fossilen Rohstoffen. Polyamid 6, eine der beiden in Textilien verbreiteten Arten, wird aus Caprolactam gewonnen; das Polymer wird geschmolzen und zu feinen, festen Fasern gesponnen. Die andere verbreitete Art ist Polyamid 6.6.

Es zählt nicht zu den nachhaltigen Fasern; als konventionelle Faser wird es wegen seiner Strapazierfähigkeit eingesetzt. Das aus Abfall zurückgewonnene Gegenstück ist das recycelte Polyamid auf dieser Seite, das im Stoff dieselbe Aufgabe erfüllt.

Im Stoff ist es sehr abriebfest und elastisch; schon in geringem Anteil verlängert es die Lebensdauer des Produkts. Wegen seiner Elastizität und Festigkeit wird es häufig in Stoffen mit Elasthan verwendet. Es wird häufig an beanspruchten Stellen von Socken wie Ferse und Spitze sowie für Unterwäsche, Sportbekleidung und Yoga-Bekleidung gewählt.

Acrylnitrilpulver und ein Strang Acrylfasern

1414Konventionell

Nahaufnahme der Faser Acryl

Acryl

Acryl ist eine synthetische Faser: Ein aus fossil gewonnenem Acrylnitril hergestelltes Polymer wird aus einer Lösung zu Fasern gesponnen. Als Stapelfaser wird es zu Garn versponnen.

Es gehört nicht zu den nachhaltigen Fasern; als konventionelle Faser wird es wegen seines Griffs und seiner Farbeigenschaften eingesetzt.

Im Stoff gibt es einen weichen, vollen, wollähnlichen Griff, ist leicht und hält seine Färbung gut. In Socken und Maschenware wird es allein oder gemischt mit Baumwolle und anderen Fasern verwendet.

Im Werk

Stoffe aus diesen Fasern werden im Nähsaal, Garne auf der Sockenlinie zu Produkten verarbeitet, und alle durchlaufen dieselbe Qualitätskontrolle. Für konventionelles und nachhaltiges Material gibt es keine getrennten Linien; alle Zahlen und Zertifikate auf dieser Seite sind veröffentlichte Angaben.

611 kWp
Installierte Leistung der Photovoltaikanlage auf dem Dach
780.000 kWh
Jahreserzeugung; über dem Verbrauch des Werks, der Überschuss wird ins Netz eingespeist
9
Zertifikate und Audits; für Inhaltszertifikate wird pro Auftrag ein Transaction Certificate ausgestellt

Die Scope-Zertifikate GOTS, OCS, GRS und RCS sowie die Zertifikate OEKO-TEX Standard 100 Klasse I und Klasse II gehören zum Werk; was jedes Zertifikat abdeckt, steht auf der Seite Zertifizierungen.

Auch Mischstoffe und Mischgarne kommen zum Einsatz

Neben Stoffen und Garnen, in denen die oben genannten Fasern allein verwendet werden, arbeiten wir auch mit ihren Mischungen. Welche Faser in welchem Produkt eingesetzt wird, wird gemeinsam mit dem Design festgelegt; die Stoffwahl richtet sich nach der Produktgruppe und dem gewünschten Griff.

Weitere Fasern Stoffe und Garne aus konventionellen Fasern wie Baumwolle, Polyester und Polyamid werden auf denselben Linien verarbeitet wie die nachhaltigen.